Donnerstag, 10. Januar 2019

Eins nach dem anderen

Manchmal kann es eng werden, nicht nur mit Terminen
Das Ausfüllen eines Fragebogens für das Treffen der Vorsitzenden der weltweit 114 Bischofskonferenzen und anderer Vertreter mit Papst Franziskus im Februar, nahm den Tag in Anspruch, obwohl auch ein wenig Zeit zum Verabschieden meiner Gäste sein musste. In Gedanken war ich häufig ganz wo anders: Gestern ist eine einsame, kranke Frau in Marx verstorben, die in den letzten Jahren täglich zur Messe kam, wenn sie nicht gerade irgendwo durch Europa pilgerte. Wie sie, die kaum Geld für etwas Neues zum Anziehen hatte, das gemacht hat, blieb mir immer ein Rätsel. Sie starb allein. Eine Schwester, die ihr ein wenig Suppe bringen wollte, fand sie. Heute war die Beerdigung. Am Morgen starb ein weiterer Schwerkranker. Ich habe ihn das letzte Mal vor drei Tagen gesehen. Er wird morgen begraben.  Und ich sitze im Büro, oder - morgen - beim Zahnarzt. 
Für heute Abend habe ich einen Termin in ganz anderer Stimmung: Unsere Klarissen laden nach alter mexikanischer Tradition zum "Roska" ein. In einem Kuchen sind drei kleine Figuren des Jesuskindes versteckt. Wer sie beim Anschneiden in seinem Stück entdeckt, muss zu Mariä Lichtmess (Fest der Darstellung des Herrn, 2. Februar) ein Essen vorbereiten. Drei Figürchen - weil drei heilige Könige das Jesuskind suchten. Der eigentliche Termin zum Roska-Anschneiden ist der 6. Januar. Bei der Gelegenheit gibt's dann auch den Haussegen 20 C+M+B 19.
Fortsetzung (22.45 Uhr): Das romantische Abendfoto ist auf dem Weg von der Arbeit zu den Schwestern gemacht. So schön weiß, wie die Unmassen von Schnee in Süddeutschland, ist unserer nicht mehr. Gestern gab die Stadt Saratow über den Rundfunk bekannt, dass zwei bis drei Wochen nötig seien, um die Straßen zu räumen, (vorausgesetzt, es schneit nicht wieder). Noch im letzten Jahr hatte man stolz mit der Anschaffung von Schnee-Auftau-Maschinen angegeben, die dann das Tauwasser an Ort und Stelle in die Kanalisation leiten. Gestern gab man zu, dass das fünfmal teurer ist als den Schnee mit LKW's aus der Stadt zu fahren.