Mittwoch, 2. Januar 2019

"Hallo" aus dem Bistum Sankt Clemens im neuen Jahr

Das neue Jahr beginnt in Russland bekanntlich gemächlich. Bis zum 8. Januar einschließlich, ist diesmal arbeitsfrei. Man muß das nicht mitmachen, doch zumindest heute, am zweiten Tag des Jahres, haben auch wir von der Kurie Gebrauch davon gemacht und genießen, jeder auf seine Weise, den russischen Winter, die einen im Wintersportgebiet Chwalynsk an der Wolga, ich in Marx.
Während des Jahreswechsels war mir bewußt, dass es Zeit wäre, Kranke zu besuchen, die nicht mehr zur Kirche kommen können. Gleichzeitig kam es mir so vor, als ob ich zu müde dafür war. "Beruflich" wäre das okay, menschlich - gerade gegenüber den Schwerkranken - ließ es mir keine Ruhe. Und als ich dann die ersten Besuch gemacht hatte, war mir von Neuem klar, dass man bei solchen Gelegenheiten schnell selbst zum Beschenkten wird. Nach schon fast drei Jahrzehnten im Land, macht es mich immer noch traurig zu hören, wie wenig arme Menschen den Ärzten etwas wert sind und was sie zu ertragen haben. Was ich, oder wir als kleine Kirche insgesamt, helfen können, ist nicht in erster Linie das Besorgen von Medikamenten.
Was das neue Jahr an Überraschungen für uns bereithält, weiß Gott allein. Manches ist geplant und muss auch vorbereitet werden. Sowohl im Januar als auch im Februar, bin ich für ein paar Tage in Rom. Ich werde wieder verschiedene Exerzitienkurse halten. Außer einem Diözesanjugendtreffen, planen wir eine kleine internationale Jugendbegegnung in Polen, weil der Flug zum Weltjugendtag nach Panama zu weit und zu teuer ist. (Wir haben uns schon fast an das Wunder gewöhnt, dass russische katholische Jugendliche an den Weltjugendtagen teilnehmen können.) Wir erwarten den Bischof von Dresden-Meissen bei uns und werden uns zur jährlichen Pastoralkonferenz versammeln. Auf Einladung von "Kirche in Not" besuche ich Ende Mai - Anfang Juni die Schweiz. Mitte Juni bin ich zu einer Konferenz in Taschkent (Usbekistan). Im Sommer trifft sich unsere Bischofskonferenz mit der von Kasachstan und Mittelasien am Baikal. Ich bekomme Gäste aus Ars in Frankreich, werde Anfang Oktober an einer Tagung in einem Ort teilnehmen, von dem viele träumen: Santiago de Compostela und habe natürlich wieder vor, viele unserer Pfarrgemeinden zu besuchen.