Sonntag, 10. Februar 2019

Saratower Sonntag

Es ist besonders schön in unserer Kathedrale, wenn sonntags die Sonne hereinscheint, so wie heute. Jeder von uns Priestern hatte auch nach der Messe seine Aufgaben: Der Pfarrer sprach mit den Leuten vor der Kirche. Der Generalvikar ging ins Beichtzimmer, weil nicht alle vor der Messe beichten konnten, die gern wollten. Ich hatte ein Gespräch unter vier Augen, für das sich noch ein Zimmerchen fand. Sonntags ist das nicht so einfach, weil sich praktisch alle Gruppen nach der Messe treffen: Kinder, Jugend, ausländische Studenten, Erwachsenen-Katechese zur Vorbereitung auf den Sakramentenemfang, manchmal noch ein Bibelkreis.

Saratow und im Hintergrund Engels.
Die Wolgabrücke, die beide Städte verbindet, ist 2,8 km lang. Die nächste befindet sich 400 km flußabwärts.
Auf die Außenstation (200 km) fuhr der Pfarrer selbst. Die beiden älteren Frauen, die ich heute nachmittag in einem Dorf, anderthalb Stunden von hier, besuchen wollten, riefen mich vor dem Mittagessen an, so dass sich der Besuch erst einmal erübrigt hatte. Sie saßen beim Tee, nachdem sie zusammen gebetet hatten, weil sie heute nicht in die Stadt zur Messe fahren konnten. Mir blieb dadurch Zeit für einen Spaziergang in Saratow. Straßen und Fußwege sind inzwischen einigermaßen geräumt, so dass man überall durchkommt. Sonne und "frühlingshafte" minus 10 Grad machen den kleinen Ausflug recht angenehm.