Montag, 22. April 2019

Emmaus

Besonders als Jugendlicher und später als Kaplan in Kamenz, war Ostern ohne Emmausgang eine undenkbare Sache für mich und viel andere. Auch hier an der Wolga ist das längst Tradition, nämlich für jene, die sich für den Weg der besonderen Nachfolge Christi entschieden haben; nur ist das Abwesenheitsproblem in diesem Jahr größer als sonst. Ich z.B. fahre Morgen weg und komme nach drei dicht aufeinander folgenden Reisen erst am 6. Mai zurück. Eine Schwester flog heute Abend zu Ihren Eltern in den Urlaub, nach Mexiko. Sie kommt in einem Monat zurück. Darum haben wir vorsichtshalber ein Minimum organisiert: Das gemeinsame Essen am Ende des Weges, das uns helfen soll, die Gegenwart des auferstandenen Herrn auf unseren (Lebens-)wegen zu entdecken und dankbar dafür zu sein, fand heute im Saratower Pfarrzentrum statt.
Dass ich dann bis spät abends im Büro saß, am Ostermontag, versuche ich vor mir selbst mit den morgen beginnenden Reisen zu rechtfertigen, und auch damit, dass der Ostermontag in Russland kein Feiertag ist, jedenfalls nicht mehr als der Osterdienstag.