Dienstag, 14. Januar 2020

Abendgruss

Ja, es sind Kleinigkeiten am Weg, die den kindlichen Wunsch zum Weitererzählen wecken, wie zum Beispiel dieser "reparierte" Lichtschalter (220 Volt!) am Eingang ins Hochhaus, in dem auch ich wohne. Es zählt als Elite-Haus im Stadtzentrum von Saratow. Einfache Leute können es sich nicht leisten, hier zu wohnen, obwohl die Bewohner Eigentümer ihres Wohnraums sind. Für mich ist dieser Draht (Foto) anstelle des durchgebrannten Kabels ein Beweis für die Sinnhaftigkeit der sogenannten Klosterbauer, deutscher Handwerker im (Vor-)Ruhestand, die uns von Zeit zu Zeit besuchen, und kostenlos Reparaturarbeiten ausführen, nach Standards, die sie zu Hause gewohnt sind. 
Der heutige Abend war lang. Letzte Aktion, nachdem sich die Gäste verabschiedet hatten und ein Telefongespräch beendet war, war der Kauf neuer Tickets: Ich werde Freitag Morgen nach Moskau fliegen, um mich vom Nuntius, Erzbischof Migliore, zu verabschieden. Abends geht es von dort weiter nach Kazan. Und Montag nehme ich die Bahn für die Rückreise. Zwar komme ich dann erst Dienstag früh in Saratow an. Aber eine solche "Pause" (17 Stunden im Zug) hat auch ihre Vorteile.
Beinahe P.S. Unsere Päpste (Franziskus im Amt und Benedikt im Ruhestand) haben es traurigerweise auf Platz eins in den Nachrichten geschafft. In diesem Fall sollte ein gläubiger Christ dann doch wohl besser seiner Intuition vertrauen als den Schlagzeilen-Machern. Beide sind gut und lieben die Kirche. Und Kardinal Sarah auch, dessen Buch über "Die Kraft der Stille" ich allen empfehle.