Freitag, 20. März 2020

Beten

Ich konnte heute in ungewöhnlicher Ruhe arbeiten, aber das Thema war schwer. Wir hatten es schon während der Versammlung der Bischofskonferenz besprochen: Auch ich mußte Richtlinien für Liturgie und Seelsorge verfassen, die während der Corona-Krise in unserem Bistum einzuhalten sind. Immer mehr Anfragen gingen ein. Nun steht der Text. Vielleicht nur für ein paar Tage oder gar Stunden. Ich bin meistens bei einem Mindestmaß von Einschränkungen geblieben.

Von heute Abend bis morgen Abend findet auf Anregung von Papst Franziskus die Gebetsaktion "24 Stunden für den Herrn" statt. In vielen Kirchen auf der ganzen Welt wird zur Anbetung eingeladen und zum Empfang des Bußsakraments. Häufig ist die Zahl der Beter wegen des Virus und der Ansteckungsgefahr begrenzt. Ganz absagen? Mancherorts hat man es sicher getan. Sogar bei uns in Moskau und Sankt Petersburg sind (ab übermorgen, lese ich gerade) öffentliche Gottesdienste untersagt. Zurück zu den 24 Stunden. In Saratow und auch in Marx haben sich ausreichend Gläubige in die Listen eingetragen, so dass ständig jemand in der Kirche beten wird, auch nachts. Welche Gebetsmeinung die häufigste sein wird, ist leicht zu erraten. (Foto: Saratow, heute Nacht)