Samstag, 27. Juni 2020

Drei-Tage-Tour


Die meiste Zeit der letzten Reise nach Uljanowsk, Kazan und Togliatti, nahmen die Autofahrten in Anspruch, 1400 km. Darum entstanden zwischen den Stationen mehr Bilder als dort, wo ich zu tun hatte. Für jene, die der russischen Sprache nicht mächtig sind, zur Erklärung: (oben) ein Dorf unterwegs hieß Musorka (zu Deutsch: Mülleimer). Und unten: so schreibt man Wolga auf Russisch. 


Auch wenn es eine Rundreise im Eiltempo war, waren die Begegnungen von Freude bestimmt, jetzt, wo praktisch überall die Kontaktbeschränkungen fallen. In Uljanowsk saßen wir, Pater Diogenes und ich, am Mittwochabend mit den drei dortigen Priestern zusammen. Drei, weil einer von ihnen immer noch nicht nach Hause zurückkehren kann. Nach Argentinien fliegt noch nichts. Donnerstag früh feierten wir die schon erwähnten Weihetage von 2016 und 1988. Die nächste Etappe zählte als Katzensprung. Drei Stunden bei strahlendem Sonnenschein bis nach Kazan. Dort erledigten Pater Diogenes und ich alles, was geplant war, innerhalb zweier Stunden. Für den Abend hatte eine Familie eingeladen, drei Generationen in einem neuen, noch nicht fertig eingerichteten Haus. Weil der Platz zum Übernachten nicht reichte, schliefen Vater und Sohn in der alten Wohnung in der Stadt, Mutter und Tochter auf einer Luftmatraze im künftigen Wohnzimmer. Freitag stand mir eine Strecke bevor, die ich trotz 22-jähriger Reiseaktivität im Bistum noch nicht kannte. 6.30 Uhr brachen wir auf, um auf dem Rückweg nach Saratow einen Abstecher nach Togliatti einschieben zu können. Dort wird gebaut, schon lange. Und zwei Jahre wird es sicher noch dauern, bis die Johannes-Paul-II.-Kirche fertig wird. Wir kamen zum Mittagessen und überzeugten uns vom Baufortschritt. Die Kirche wird groß. Ein Grund, dafür zu beten, dass der russische Autohersteller goldene Zeiten erleben möge, denn dann ziehen uns die Leute hier nicht fort.