Donnerstag, 8. Oktober 2020

Hier war mal ein Dorf

1767 waren es 63 deutsche katholische Siedler, die das wunderschön gelegene Dorf Schönchen im Wolgagebiet gründeten. 1910 zählte man hier 490 Haushalte. Der letzte Seelsorger der Heilig Kreuz Pfarrei, Pater Peter Riedel, wurde 1930 im Dorf gefangen genommen und 1937 in der Nähe von Leningrad hingerichtet. Im September 1941 wurden die Einwohner des Dorfes deportiert. Heute erkennt man nur noch Hügel an vielen Stellen, an denen früher Häuser standen. Ziegelsteine kann man verstreut über die Fläche des gesamten ehemaligen Dorfes finden. Kleine ausgeschaufelte Gruben zeugen von Schrottsammlern, die mit Metalldetektoren auf die Suche gegangen waren. Ein stiller Zeuge der Geschichte ist dieser Mühlstein aus Granit geblieben. In Schönchen wurden u.a. die Vorfahren von Bischof Joseph Werth (Novosibirsk) geboren.