Sonntag, 18. Oktober 2020

Weltmissionssonntag 2020

Heute ist Weltmissionssonntag. Nur in einigen Ländern, darunter Deutschland, wird er am kommenden Sonntag begangen. Wie soll man Mission in einer Zeit verstehen, in der man Toleranz und Relativismus nicht mehr unterscheidet, wie auch Glaubenstreue und Fanatismus? "Soll doch jeder nach seiner eigenen Facon selig werden", um mit Friedrich dem Großen zu sprechen? 

In Russland diktierte man dem Volk an die 70 Jahre lang, es gäbe keinen Gott. Heute behautpet man nicht das Gegenteil, aber man räumt die Möglichkeit ein, denen, die es wünschen. Man räumt ihnen einen Platz in der Gesellschaft ein. 

Heißt "glauben" - "die Möglichkeit einbeziehen", sozusagen ein Hintertürchen offen lassen? Dann wäre Mission sinnlos. Wenn Gott, an den ich glaube, Liebe ist und Wahrheit, dann möchte ich, dass ihn alle finden. Ich werde darum beten und nach Wegen suchen, wie ich helfen kann, auch wenn es mich etwas kostet.

Am Morgen feierten wir Eucharistie in der blumengeschmückten Saratower Kathedrale, am Nachmittag Taufe der kleinen Alica (Foto mit Eltern) in der staubigen Dorfkapelle von Stepnoje. Mittagessen gab es auf halber Strecke zwischen den beiden Kirchen, in Pawlowka, zum Jahresgedenken an den Todestag von Tante Beate, einer unserer letzten russlanddeutschen Großmütter.