Mittwoch, 21. Oktober 2026

Impressionen vom ersten Tag


Kurz nach 17.00 Uhr endete der erste Sitzungstag, weil wir 7 Bischöfe dann von einer kleinen Gruppe junger Christen zur Abendmesse in der Pfarrkirche erwartet wurden. Ich durfte der Liturgie heute vorstehen. 
Wladimir, wo unsere 67. Vollversammlung der Bischofskonferenz stattfindet, gehört zum Goldenen Ring, also zu den neun alten Städten nordöstlich von Moskau, die bei Touristen hoch im Kurs stehen. 

Erstmals in Wladimir

Gestellte Fotos haben höchstens dokumentarischen Wert. Es ist halt das erste, das wir von unserer Sitzung haben: Russische katholische Bischofskonferenz, 21./22.10.2026 in Wladimir. 

Zweieinhalb Stunden Vollgas

Die Abendmaschine nach Moskau ging wider Erwarten pünktlich. Dort holte mich ein junger Chauffeur mit seinem Kleinwagen ab, dem er dann alles abverlangte, um mich noch vor Mitternacht (Moskauer Zeit) nach Wladimir zu bringen, wo heute und morgen unsere Bischofskonferenz tagen wird.
Wir sind hier untergebracht in einem "Wallfahrtszentrum", das auf den ersten Blick einem Hotel gleicht, das mit modernen Standards mithalten kann. Tagsüber werde ich mehr darüber erfahren. Als ich - der Letzte - ankam, schliefen bereits alle, außer dem Empfangschef, dem Pfarrer, der mir mein Zimmer zuwies. So werde ich jetzt dem Beispiel meiner Mitbrüder folgen. 

Dienstag, 20. Oktober 2026

Als die Kirche gebaut wurde

Unlängst hatten wir den 26. Jahrestag der Weihe unserer Kathedrale auf den Titel der heiligen Apostel Petrus und Paulus gefeiert. Noch ein paar Tage lang werden Fotos am Aushang vor der Kirche daran erinnern, wie es damals in Saratow aussah im Jahr 2000 oder 1999, z.B. auf der Straße vor der Kirche. (Der Wolga Kombi oder der RAF-2203, ein Kleinbus aus Lettland ... Das könnte auch 20 Jahre früher sein.) 


Montag, 19. Oktober 2026

Noch in Saratow

Nicht, weil mein Flug von 16.10 Uhr auf schließlich 20.57 Uhr verlegt wurde und nach Ankunft in Moskau noch ein paar Stunden im Auto bevorgestanden hätten, sondern weil die Zeit zwischen den Reisen zu kurz war, um das Dringendste zu erledigen, fliege ich erst morgen, und zwar morgen Abend, denn es gibt immer noch zu tun, was ich nicht auf "nach der Vollversammlung" liegen lassen möchte. 

Meine Bischofskollegen sind bereits in der Stadt Wladimir eingetroffen, in der sie morgen einen stillen Einkehrtag mit Impulsen des Moskauer Generalvikars verbringen werden, bevor wir dann übermorgen früh mit der gemeinsamen Sitzung beginnen. 19 Themen stehen auf der Tagesordnung, die dann innerhalb von zwei Tagen besprochen, geklärt bzw. entschieden sein sollen.

Herzlich grüße ich jetzt "meine" Kranken, die ich unserem Herrn im Abendgebet ans Herz legen möchte. Allen eine ruhige Nacht!

Samstag, 17. Oktober 2026

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen ...

Kleiner Gruß aus Saratow. 

Kurz vor Sonnenaufgang aus dem 12. Stock, wo unsere Klarissen wohnen. Blick über die Wolga nach Engels. (Foto: Sr. Laura) 

...und Abendgebet bei mir zu Hause, für "meine" Kranken. 

Morgen feiern wir den Weihetag unserer Kathedrale in Saratow. Am 15.10.2000 weihte Erzbischof Georg Zur, unser damaliger Nuntius, die anfangs als kleine Pfarrkirche gedachte Kathedrale. Er war damals 70 und gab zu, dass es die erste Kirche sei, die er in seinem Leben weihen dürfe, während ich mit meinen 39 gar nicht so schnell zählen konnte, wie oft ich das schon tun durfte. Es war eine bewegende Zeit.

Für 2 Tage nach Hause

Die Entscheidung am gestrigen Morgen war richtig. Ich hatte ein Ticket für einen Flug gekauft, der dann auch wirklich flog. 19.20 hob meine Maschine ab nach Saratow, und 21.40 Uhr landete ich dort, besser gesagt: hier. Tagsüber war ich zum Lesen meiner Post (@) gekommen, wobei manch' berechtigte Ungeduld zu Tage trat. Manchmal stehe ich da vor ungelösten Fragen. Aber jetzt gehe ich erstmal schlafen. 

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Morgen Mittag daheim?

Wenn heute alles gut geht, bin ich am Abend in Moskau. Auf der Anzeigetafel hier am internationalen Drehkreuz Istanbul steht mein Flug (14:35) bisher unter den pünktlichen. 
Heute ist das Fest der heiligen Theresa von Avila, was uns vor 26 Jahren bewogen hatte, die Kathedrale in Saratow an diesem Tag zu weihen. (Wir haben die Feier des Jahrestages auf Sonntag verschoben.)
Ein Ratespiel für Kenner, die Langeweile haben: Wer findet 13 Zielorte auf der Anzeigetafel, die im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion liegen? (Das Foto läßt sich durch Anklicken vergrößern.)

P.S. Ich bin tatsächlich pünktlich in Moskau angekommen.  ... freue mich. Morgen früh halb 5 geht's weiter. 

P.P.S. am Freitag: Und das war's dann auch. Selten habe ich ein so umfangreiches Chaos erlebt, wie heute früh am Flughafen. Inzwischen habe ich das letzte Ticket einer anderen Fluggesellschaft für 16:10 (aber schon verlegt auf 18:00) Uhr erworben und hoffe, dass ich heute noch nach Saratow komme. So würde mir wenigstens das Wochenende bleiben, an dem ich versprochen hatte, die Vertretung in der Pfarrei zu übernehmen. Montag geht's zur Herbstversammlung unserer Bischofskonferenz. 

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Zum Abschluss - ein Gruß vom Papst aus dem Krankenhaus

Meine lieben Brüder im Bischofsamt, liebe Familien, liebe Brüder und Schwestern,

 wie ihr wisst, konnte ich in diesen Tagen nicht bei euch sein. Ich danke euch von Herzen für eure Gebete und für die Arbeit, die ihr gemeinsam geleistet habt. Euer Erfahrungsaustausch und euer aufmerksames Zuhören sind in der Tat ein Geschenk für die gesamte Kirche. Mein besonderer Dank gilt den Familien, die von ihren Freuden, Schwierigkeiten und Hoffnungen berichtet haben, sowie den Oberhäuptern der katholischen Ostkirchen und den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen für ihre Vorbereitungen und die Zeit, die sie diesem Treffen gewidmet haben. Ich werde die Ergebnisse eurer Arbeit und eurer Diskussionen lesen und zu gegebener Zeit meine Überlegungen dazu vorlegen. In der Zwischenzeit ermutige ich euch, das, was ihr erlebt und empfangen habt, bereits mit euren Bischofskonferenzen und Diözesen zu teilen und das Evangelium – aus dem Reichtum von Amoris Laetitia schöpfend – gemeinsam mit den Familien weiter zu verkünden. Insbesondere hoffe ich, dass die Familien stets aktiv am Leben und an der Sendung eurer Ortskirchen teilnehmen und euch dabei helfen, den weiteren Weg zu erkennen. Bitte versichert, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, alle in euren Gemeinden meiner geistlichen Verbundenheit und meines Zuspruchs.  Ich vertraue einen jeden von euch dem Schutz der Heiligen Familie von Nazaret an und bitte euch, für mich zu beten, so wie ich für euch bete. Gern erteile ich euch allen meinen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, 13. Oktober 2026

LEO PP. XIV