Dienstag, 18. Juni 2019

Wird der Sommer heiß?

Beim Briefe Schreiben half mir heute die Klimaanlage im Büro. Ohne die hätte ich vermutlich tagsüber aufgegeben. Es waren keine Geburtstagsgrüße, die ich zu formulieren hatte. Manchmal ist es wichtig, auf jedes Wort und alle seine Deutungsmöglichkeiten zu achten. Und trotzdem lerne ich beim Erhalt der Antworten dazu. Zum ersten Mal in diesem Jahr kam mir der Gedanke, den Beginn der Arbeitszeit um ein paar Stunden in den frühen Morgen zu verschieben. Aber es wird erst ein bißchen wärmer werden müssen, bis ich Gleichgesinnte finde. 
Gratuliert habe ich nicht schriftlich, sondern mündlich: Der Pfarrer in Astrachan, Franziskaner-Pater Waldemar, hat heute sein silbernes Weihejubiläum. 

Montag, 17. Juni 2019

Urlaub im Dorf

Katholisch in Südrussland - voll im Thema: Eine junge Mama mit ihren zwei Kindern macht gerade Urlaub in der entlegensten Pfarrei unseres Bistums, im Dorf Alexejewka. Ich bin den Brüdern und den Schwestern der Gemeinschaft "Familie Mariens" sehr dankbar dafür, dass sie so etwas ermöglichen. Vom ersten Tag an, fühlen sich die Großstadtknirpse wohl auf dem Land. Eins der vielen lustigen und schönen Fotos, die ich heute aus dem ehemals deutschen Dorf bekommen habe, füge ich an. 

Nach-be-merkt

Fliegen, fliegen, fliegen. Heute ist Rückreisetag. Die russische Fluggesellschaft hatte ein kleineres Flugzeug als geplant nach Taschkent geschickt. Manche durften deshalb nicht mit. Sie passten einfach nicht rein. Die Vertreterin am Schalter erklärte ihnen, dass die nächste Maschine größer und komfortabler sein wird... Gut, dass es mich nicht getroffen hat! Die Kontrolle bei der Einreise in Moskau schien mir heute besonders langsam von statten zu gehen. Womit hat so etwas zu tun? Erst als Maschinen aus anderen Ländern eintrafen, wurden weitere Schalter geöffnet. 
Zurück nochmal nach Taschkent. Mehrfach gestalteten Jugendliche das Treffen durch Anspiele und Musik mit. Abgesehen von den sehr guten liturgischen Gesängen, war oft Aggressivität zu spüren, die die Jugendlichen zu beschäftigen oder gar formen scheint. Die Mentalität, der ich dieser Tage begegnet bin, erinnerte mich nicht nur an meine Zeit in Tadschikistan, sie zeigte insgesamt eine mehr asiatische Prägung des Alltags an. Ach, und noch etwas ist überaus erwähnenswert: In Usbekistan scheint gut mit Ministranten gearbeitet zu werden. Da sollten wir uns im Bistum Sankt Clemens eine Scheibe davon abschneiden. 
In ein paar Minuten treffe ich vermutlich meinen Generalvikar. Wir fliegen Moskau-Saratow zufällig mit der selben Maschine. Er war in Frankreich. Hat u.a. Denis, unseren Seminaristen in Ars besucht. 

Sonntag, 16. Juni 2019

Dreifaltigkeitssonntag in Mittelasien


Auch für heute war nach dem gemeinsamen Morgengebet in der Kirche noch ein Vortrag vorgesehen. Mein letzter. Dass die Herz-Jesu-Kathedrale in Taschkent dicht besetzt und "bestellt" war, kann man sich vorstellen, bei einem Katholikentreffen des ganzen Landes. Wenn es an den Vortagen ca. 120 ständige Teilnehmer waren, dann heute, am Dreifaltigkeitssonntag, vielleicht 500. Wegen der vielen Ausländer in der usbekischen Hauptstadt, wurden manche Texte auch in Englisch und Koreanisch gelesen. Gespräche nach der Messe bremsten mich so sehr aus, dass ich zum Mittagessen kam, als der usbekische Plow schon alle war. Heute Abend hat der Ortsbischof die Priester eingeladen, die noch da sind oder hier wohnen. Morgen früh um 4:45 Uhr fliege ich zurück, mit Einladungen in alle katholischen Gemeinden Usbekistans im Gepäck: nach Urgentsch/Chiva, Buchara, Samarkand, Fergana und, natürlich, Taschkent. 
Übrigens feiert Bischof Joseph Werth heute seinen 28. Bischofsweihetag, und alle Bennos (und das Bistum Dresden-Meissen) haben Namenstag.
P.S. Die Fotos stammen vom gesamten Wochenende. (Liturgisten könnten sich über die roten Gewänder am Dreifaltigkeitsfest wundern.)

Samstag, 15. Juni 2019

Samstag in Taschkent

Es ist ein schöner Tag. Manches scheint einfacher zu sein, hier unter den Katholiken in Usbekistan. 
Überall spürt man das Familiäre in der Kirche, auch da, wo bei uns in Russland "demokratische" Elemente überwiegen. Es ist schwer, in Kürze auszudrücken. Ich aber will die Zeit hier nicht mit Internet vertun. Schön ist u.a., dass alle Altersgruppen vertreten sind. Eine davon ... hier auf den Bildern. Die Kinder haben ihr eigenes Programm, für das die Schwestern von Mutter Theresa sorgen. 

Freitag, 14. Juni 2019

Beten - mit Gott "per Du"

Nun geht der erste Tag schon zu Ende. 1.000 km hatten manche für die Anreise zurücklegen müssen, bei wüstenhaften Temperaturen. Meine Aufgabe sind die Vorträge und Predigten bei diesem 19. Katholikentreffen Usbekistans. Thema: Beten. Wieder und wieder halte ich es für entscheidend bei der Frage, ob einer glaubt oder nur philosophiert. Während des (nach diesem Tag für meine Begriffe etwas zu langen) Abendgebets - 90 min. - wurden die Beichtgelegenheiten rege genutzt. Wer nicht bei Freunden untergekommen ist, schläft im Hotel, unweit der Kirche. 

Vor Beginn des Katholikentreffens

Seit dem frühen Morgen, nein, sogar seit dem späten Abend, reisen die Teilnehmer/innen zum Katholikentreffen Usbekistans an. Wir hatten am Vormittag noch Zeit, die Schwestern von Mutter Theresa zu besuchen. Die sind die einzige katholische Schwesterngemeinschaft im Land. Nicht etwa, weil andere nicht wollten. Bischof Jerzy ist zuversichtlich, was die Zukunft betrifft. Man spürt eine gewisse Öffnung im Land, u.a. ja auch, was die visalose Einreise betrifft.
Ein nostalgisch-melancholischer Moment war es, am Hotel vorbei zu fahren (links oben), in dem ich im Juni 1983 als Tourist wohnte. Aus meiner ersten Nacht in der Sowjetunion, erwachte ich damals vom häufigen Hupen der Autos, was hier einfach zum guten "Ton" im Straßenverkehr dazu gehört. 

Donnerstag, 13. Juni 2019

Taschkent - Erste Eindrücke

Airbus A 330. Sehr viele Mütter mit Kleinkindern im Flugzeug. Moderne Ankunftshalle. Bischof Jerzy holt mich ab. Es wird schon hell in der leeren Millionenmetropole Usbekistans. Saubere Straßen, neue Gebäude. Katholische Kathedrale gleicht im Stil einer Festung (außen). Innen neugotisches Gotteshaus. Alles sehr groß. Bäume, Rosen, Wiesen um die Kirche herum. Wohne im Untergeschoss. Nachts angenehm. Hitze kommt mit der Sonne. Franziskanerkloster hinter der Kirche.
Und dann - der Ausflug in die Geschichte. Vor genau 36 Jahren war ich schon einmal hier... 

Mittwoch, 12. Juni 2019

Bleib nicht, wie du bist

Sie nennen es "Renovatio". Eine großangelegte geistliche Erneuerung für jene Schwestern, die schon ihre Ewigen Gelübde gebracht haben, zwei Wochen, aller 6 Jahre, oder eine Woche aller 3 Jahre. Aus diesem Grunde haben sich "Dienerinnen Jesu in der Eucharistie" aus Russland und Kasachstan, Weißrussland und Litauen, Deutschland und der Ukraine in Sankt Petersburg versammelt. Die Vorträge halten ihnen Dozenten aus dem Priesterseminar. Arbeit, individuell und in Gruppen, gibt es genug. Ob die Schwestern die derzeit "weissen Nächte" nebenbei genießen oder mehr darunter leiden (weil man schlecht schlafen kann, wenn es draußen dauernd hell ist), müssen wir sie selbst fragen. Unterkunft hat die Gruppe von 45 Schwestern bei den Franziskanern und im Seminar gefunden. Es scheint ihnen zu gefallen, in der russischen "Hauptstadt des Nordens".  Leider kam das Foto nicht deutlicher bei mir an. Ich bin inzwischen unterwegs nach Taschkent.