Samstag, 31. Oktober 2026

Wochenendgäste

Weil sie die Mädchen ihrer Kindergruppe an einem Wochenende eingeladen hatte, musste nun die Gerechtigkeit wiederhergestellt werden: Heute sind die Jungs zu Besuch bei Schwester Emilia. Natürlich komme ich als Nachbar der Schwestern bei solchen Aktionen "nicht ungeschont" davon. Auch das heutige Mittagessen wird es für alle bei mir geben, nämlich wenn Schwester Emilia mit ihren Gästen vom Fußball kommt. 

Freitag, 30. Oktober 2026

Das wäre beinahe schief gelaufen

An Bürotagen muss ich manchmal auf Früheres zurückgreifen, wie heute auf das Foto aus der Karl-Marx-Strasse in Marx. Links neben dem abgestellten Boot wohnten Onkel Wanja und Tante Rosa in einem kleinen Häuschen, bevor sie mit ihren erwachsenen Kindern nach Deutschland auswanderten. Als ich vor wenigen Tagen dort vorbei fuhr, erinnerte ich mich an einen Sonntag, an dem wir im Evangelium lasen: "Geh, verkaufe alles, was Du hast. Dann komm und folge mir nach." Am Nachmittag kam Onkel Wanja zu mir gelaufen und sagte atemlos: "Pater, Pater, die Rosa will's Haus verkaufe'!" Da mußte ich mit, um die Heilige Schrift zu erklären. - Ein ignatianisches Argument half dann schließlich, dass nämlich der Wille Gottes immer vernünftig sei. 

P.S. In eigener Sache: Wer gern abends anruft oder schreibt, möge in sein Vorhaben einbeziehen, dass wir seit Sonntag wieder 3 Stunden Zeitunterschied mit Mitteleuropa haben. 

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Der Engel des Herrn

Abends für meine Kranken ... 


  • Gebetszeiten: Traditionell wird das Gebet dreimal am Tag gebetet: morgens, mittags (12:00 Uhr) und abends.
  • Glockenläuten: Das sogenannte Angelus-Läuten der Kirchenglocken erinnert die Gläubigen an diese Zeiten.
  • Ursprung: Es geht auf das 13. Jahrhundert (Franziskaner) zurück und wurde in seiner heutigen Form 1571 von Papst Pius V. bestätigt.

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Erfinderisch muss man sein

Ganz im Südwesten unseres Bistums lebt seit Jahren Pater Daniel. Außer seiner Pfarrgemeinde vor Ort (Anapa) betreut der Seelsorger auch die katholischen Christen in Gelendzhik, Novorossijsk und Krimsk. Die Herbstferien nutzend, hatte er sich gestern mit Eltern und Kindern zu einer kleinen Wallfahrt verabredet: Hoch über Gelendzhik, am Ufer des Schwarzen Meeres, steht ein großes Kreuz. Der Weg dorthin ist steil und mühsam. Nicht jeder schafft es bis nach ganz oben. Gut motiviert, nämlich mit einer Gebetsintention (Für wen wollt Ihr gehen? Worum wollt Ihr den Herrn bitten?), wagte sich die kleine Pilgergruppe auf den Weg und ... kam auch oben an, müde und froh, wie man sieht. 
Wir haben keine typischen Wallfahrtsorte im Bistum. Aber das weiß der liebe Gott ja auch. Er schaut aufs Herz.

Montag, 26. Oktober 2026

Aus dem Leben (s.o.)

Wäre ich Schuld daran gewesen (Foto), hätte ich mich doch wohl geschämt, es hier zu erwähnen. Es ist auch schon ein paar Tage her. Ich war im Auto unserer Schwestern auf dem Weg zu meinem Flug nach Rom. Da ließ ich an der Auffahrt zur Umgehungsstraße vorschriftsmäßig ein Auto passieren, das genau aus Richtung der aufgehenden Sonne kam. Der Fahrer im neuen chinesischen SUV hinter mir hat es vermutlich nicht gesehen ... Alles ist friedlich geklärt. Das Schwierigste ist die Suche nach Ersatzteilen. 

Der heutige Tag war der Nacharbeit gewidmet. Innerhalb der zwei Sitzungstage der Bischofskonferenz wird viel besprochen, verteilt, entschieden, ... was dann weitergegeben oder in die Praxis umgesetzt werden muss. 

Morgen früh fahre ich mit dem Generalvikar, Pater Diogenes, in ein Ferienlager, das vielleicht der Austragungsort unserer nächsten Pastroralkonferenz wird, die im Frühjahr 2027 stattdfinden soll. Alles in allem werden das knappe 7 Stunden Fahrt. - Viel Zeit, in der wir möglicherweise endlich einmal dazu kommen, in Ruhe zu besprechen, was schon lange "dran" ist. Ich hoffe, das Benzin reicht für hin und zurück.

Sonntag, 25. Oktober 2026

Das Nebenbei des heutigen Sonntags

Am frühen Abend, bei sehr klarem Himmel, kehrte ich von einem Krankenbesuch zurück. (Foto) An einer Tankstelle gab es 95-er Benzin zu einem annehmbaren Preis. Nach wenigen Kilometern begann ich dann aber begründet daran zu zweifeln, ob die Qualitätsangabe auf dem Kassenbon stimmte.
Erstmals hatten sich heute nach der Sonntagsmesse in Saratow Eltern und Kinder gemeinsam zu einem Bibelkreis versammelt. (Die Kinder hatten schon früher um gemeinsames Lesen der Heiligen Schrift gebeten. Eigeninitiative!) 
Ein Gast, der über Nacht mit dem Zug gekommen war, wurde während des Schlafs bestohlen. Lustig, gleichzeitig aber auch vielsagend: Nicht auf Geld oder das Handy hatte es der Dieb abgesehen, sondern auf die Reisebrote, die sich unser Gast fürs Frühstück mitgenommen hatte. 

Samstag, 24. Oktober 2026

Wartezeit in Moskau


Als ich neulich von Rom zurück kam, über Istanbul, bemerkte ich bereits, dass es jetzt nichts bringt, Termine zu dicht aneinander zu reihen. Darum verschob ich vorsichtshalber meine für dieses Wochenende angesagte Reise in zwei Pfarreien am Schwarzen Meer um zwei Wochen. Tatsächlich hätten wir heute die Enttäuschung erlebt, denn die gebuchten Flüge wurden gestrichen. Stattdessen nehme ich 2x30 Stunden Bahnfahrt in Kauf, demnächst. 
Heute, am späten Nachmittag soll es erstmal nach Hause gehen. (Ankunft Saratow 20:30 Uhr, der einzige nicht gestrichene Flug auf der Anzeigetafel.) Die Wartezeit fällt unter die Kategorie "Verschiedenes". Das lateinische Synonym passt ja nicht mehr. So habe ich ein paar Gebetbücher gekauft, die bei uns in der Provinz Defizit sind, ein wenig im Bistumsjournal gestöbert, auf dessen Titelseite ein herbstliches Foto der Marxer Kirche leuchtet, und ich habe Post gelesen. Dort fand ich ein sehr, sehr interessantes Foto. (Danke nach Bautzen!) Hofkirche Dresden, Hauptzelebrant Bischof Reinelt, neben ihm die Bischöfe Schaffran und Huhn, Stab und Mitra Ministranten: die Seminaristen M. Gehrke und V. Scapan. Und ich sitze als Diakon davor. (Auf der anderen Seite: Kaplan Gaar.) Also muss das zwischen 19.12.87 und 25.06.88 gewesen sein. Vermutlich ist es der 20.02.88, an dem Joachim Reinelt von Gerhard Schaffran zum Bischof geweiht wurde. Sogenannte Mitkonsekratoren waren Bernhard Huhn und Georg Weinhold. 

P.S. Bin am Abend gut in Saratow angekommen. 

Freitag, 23. Oktober 2026

Es kam wieder mal ganz anders

Eigentlich sollte es ein ruhiger Freitag werden. Abschlussmesse mit den Bischöfen in Wladimir, 185 km Autobahn zurück nach Moskau. Umsteigen auf den Flug nach Saratow, ab 16:10 Uhr. 
Ich glaube, es war gegen 15:00 Uhr, da gab es ernsthaften Luftangriffsalarm am Flughafen...
Kurz darauf wurde mein Flug gestrichen und mir eine Alternative, 26 Stunden später (!), zugewiesen. Meine Suche nach einer besseren Lösung blieb erfolglos. So fuhr ich, als es schon dunkel wurde, mit S- und U-Bahn in die 10-Millionen-Metropole. Zu Fuss erreichte ich schließlich das Franziskanerkloster, wo ich herzlich aufgenommen wurde. 
Nun werde ich morgen nicht bei der ersten Trauung in unserer Kathedrale in diesem Jahr dabeisein können. 

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Wladimir - Tag 2

Für die anderen ist es schon der dritte Tag, denn wir beginnen unsere Vollversammlungen im Frühjahr und im Herbst jeweils mit einem Tag in Stille und Gebet. Es war der zweite Sitzungstag. Und auch der letzte. Natürlich haben wir unsere Themenliste abgearbeitet, auch wenn manche Fragen offen geblieben sind und Entscheidungen ausstehen. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass der Bischofssitz in Moskau immer noch vakant ("leer") ist. 
Für eine Exkursion in die Stadt reichte die Zeit heute nicht. Morgen feiern wir noch einmal zusammen Eucharistie. Nach 10:00 Uhr bringt mich ein Jugendlicher nach Moskau zum Flughafen. 

Für jene, die Russisch lesen können: Info für die Medien.