Die Pyramide im Hintergrund gehört zu unserem Saratower Gemeindezentrum. Das Holz im Vordergrund hingegen, zum nun ehemaligen Haus auf dem Nachbargrundstück. Vermutlich hat da jemand einen Plan. Ansonsten würde uns die Fläche gut als Parkplatz passen, besonders an den Sonntagen.
Bevor ich dieses Bild auf dem Weg zur Arbeit aufnahm, hatte ich heute abermals einen Termin wegen der elektronischen Unterschrift, die ich als Leiter einer juristischen Person (Diözese) jährlich erneuern muss, am anderen Ende der Stadt. Heute erlosch die Gültigkeit der Unterschrift vom letzten Jahr. Und heute hat es endlich geklappt! Mit unserer Buchhalterin verließen wir die Steuerbehörde mit großer Erleichterung. Im Labyrinth der Großstadt brachte ich Sie an ihren eigentlichen Arbeitsplatz, bevor ich zur Autowerkstatt fuhr, wo mein im April bestellter Türgriff eingetroffen und passend zur Karossieriefarbe gefärbt war. Es blieb mir eine Stunde vor dem Mittagessen. Die verbrachte ich "mit Hochdruck", wie man in Deutschland heute gern sagt, im Büro.
Am Nachmittag nahm ich bewußt einen kleinen Umweg nach Marx. Ich fuhr am Bahnhof der Stadt Engels vorbei, wo morgen vor 85 Jahren die Deportation der Wolgadeutschen nach Kasachstan und Sibirien begann.
Hauptgrund meiner Fahrt nach Marx war heute nicht Urlaubsvertretung und die heilige Messe, sondern ein Fahrzeugwechsel. Um morgen nach Elista und übermorgen nach Pyatigorsk zu kommen, brauche ich ein Auto, das mit Diesel betankt wird. Benzin ist zu knapp und kann seit kurzem auch zu minderwertig sein. Ich wollte des Risiko nicht eingehen und stieg auf Pater Boscos Bulli um. Schon auf der Rückfahrt nach Saratow bestätigte sich die Richtigkeit der Entscheidung. Da, wo es Benzin gab, mussten die Autofahrer sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Diesel hingegen, fand ich an einer Tankstelle, an der ich der einzige Kunde war.