Den unverhofften Tag in Saratow habe ich heute weitgehend im Sitzen verbracht. Ein Anruf und ein Brief waren es in der Hauptsache, die mir Stunden abverlangten, so dass ich am Abend unbedingt noch einen Spaziergang ums Viertel machen wollte. Daher stammt dieses erste Bild der abendlichen Foto-Schau: "Saratow - Puschkinstraße". Hier wohne ich. Eine stille, kleine Straße im Stadtzentrum. Der Busfahrer scheint sein Dienstfahrzeug nicht ins Depot gebracht zu haben, um morgen früh etwas länger schlafen zu können und dann wieder in den Linienverkehr einzusteigen.
Die von Bäumen überwachsenen Straßen sind typisch für den Süden aller ehemaligen Regionen der Sowjetunion. Sie spenden Schatten, aber eines Tages brechen sie Wind und Wetter. Da sollte man dann nicht in der Nähe parken.
Das zweite Foto stammt aus Marx. Dort hat eine Katze am 14. August direkt hinter der Hütte des Klosterhundes drei Junge zur Welt gebracht. Vor ein paar Tagen kehrte sie nicht zurück. Ob sie nun von einem Auto überfahren wurde, oder die Jungen einfach so im Stich gelassen hat, ... Wer weiß! Jedenfalls rührte der Katzenjammer der drei kleinen Verhungernden so ans Herz der Schwestern, dass sie begannen, die Kätzchen mit Spritze und mit Milch aus dem Supermarkt zu füttern, in der Hoffnung, dass ihnen bald jemand die künftigen Mäusefänger abnimmt. Die Aktion gestaltet sich nun aber gar nicht so einfach, denn Katzen gibt's hier überall.

