Sonntag, 13. September 2026

Weltjugendtag 2027

Im Auftrag der Russischen Bischofskonferenz sind zwei Mitglieder der Jugendkommission nach Seoul (Südkorea) geflogen, um am Vorbereitungstreffen für den Weltjugendtag im kommenden Jahr teilzunehmen: Schwester Emilia (RUS) aus Novosibirsk und Pater Danilo (BRA) aus Samara. Nach ihrer Ankunft meldeten sich beide bei mir, begeistert vom herzlichen Empfang am Flughafen, von der Natur und der Unterkunft. Morgen beginnt die Arbeit. 
Man könnte die Nase rümpfen und fragen, ob das denn nötig sei, unseren Jugendlichen die Teilnahme an dem Treffen im Sommer 2027 zu ermöglichen, wenn doch ohnehin ein Großteil der pastoralen Projekte im Land nur mit Hilfe von Spenden möglich ist. Wer aus der ehemaligen DDR oder einem anderen geschlossenen Land stammt, wird es sicher verstehen, den Jugendlichen zuliebe. Außerdem wird es ohnehin nur eine kleine Gruppe sein, der die Freude jener Begegnung mit dem Papst und Jugendlichen aus der ganzen Welt zuteil wird. 
Weil ich seit 1999 und bis zum heutigen Tag der sog. Jugendbischof in unserer Bischofskonferenz bin, war es schon oft meine Pflicht mitzureisen und an drei Tagen Katechesen und heilige Messen in Russisch zu übernehmen. Rom (2000), Köln (2005), Madrid (2011), Rio de Janeiro (2013), Krakau (2016), Lissabon (2023) ... Die Daten wecken Erinnerungen, während ich mich in Toronto (2002), Sydney (2008) und Panama (2019) vertreten ließ. Durch die Begegnungen mit den russisch-sprachigen Teilnehmern (auch aus Kasachstan, Tadshikistan, Belarus, Ukraine, Moldavien  u.a. Ländern) kann ich sagen, dass es nie Touristen waren, sondern engagierte katholische Jugendliche aus den Hauptstädten ihrer Länder, aber auch aus kleinen Diasporagemeinden, die dort "Weltkirche atmeten".

Pater Diogenes, den ich praktisch heute in Saratow vertreten habe, schickte inzwischen ebenfalls ein seine Ankunft bestätigendes Foto. In Rom hat er neben der Lateranbasilika Quartier bezogen. Morgen früh um 8.00 Uhr beginnt seine Tagung, die sich über zwei Tage hinziehen wird. Ob er heute beim Papst war, womit ich das Angelus-Gebet am Petersplatz meinte, wollte ich wissen. "Nein, am Mittwoch gehe ich (zur Generalaudienz)", war die Antwort. Heute zog er einen Besuch in der "Basilika vom heiligen Kreuz in Jerusalem" vor. Sicher wegen des morgigen Festes. 

Beide Nachrichten zeigen: Wir gehören dazu zur Weltkirche, auch wenn wir hier in Russland nur eine kleine Minderheit sind. Erst kürzlich wurde ich an die Zeilen aus dem Buch des Propheten Jesaja erinnert, die mir mein alter Pfarrer sehr bewußt kurz vor meiner Diakonenweihe schickte: "Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob. Ich bin bei dir." (Oder so ähnlich. Jedenfalls Jes 41,14).