Zum heutigen Allerseelentag gehört für gläubige Katholiken traditionsgemäß ein Friedhofsbesuch mit dazu. Und da, wo die Priester nicht mit allen möglichen Amtsgeschäften überladen sind, gehen sie zur Gräbersegnung. 1991 hatten wir da hier an der Wolga Frost und kniehohen Schnee. Heute - plus 10 Grad. Ich bin einer von denen, die es heute nicht nach draußen geschafft haben, außer zur Messe am Morgen, die ich für die 16 seit meiner Bischofsweihe verstorbenen Seelsorger in meinem Bistum gefeiert habe: Wir nannten sie alle "Pater": Johannes, Kassian, Genrich, Jezhi, Jazek, Josef, Tomas, Zbigniew, Bernardo, Tomasz, Jan, Piotr, Krzysztof, Jezhi, Reinhard und Andrzej.
In Marx - das blanke Gegenteil. Dort war Pater Bosco gleich auf mehreren Friedhöfen unterwegs. Hier am Grab von Tante Beate, der letzten russlanddeutschen Großmutter seiner Pfarrei, die vor 7 Jahren verstorben war. In den Jahren 1990/1991 hatte Tante Beate mir sonntags und montags gekocht, wenn ich die Gottesdienste in Kurgan Tjube, Tadschikistan, 95 km südlich von Duschanbe hatte. Später kam sie mit ihrer Familie (3 Generationen) wegen eines Bürgerkrieges in ihrem mittelasiatischen Land zu uns an die Wolga.
Wenn man den Hintergrund des Fotos ernst nimmt, dann scheint Tante Beates Grab eines der letzten christlichen in ihrem Dorf zu sein ... (Muss aber nicht so sein. Wenn es keinen eigenen muslimischen Friedhof im Ort gibt, werden die Gläubigen Muslime zumindest auf einer abgesonderten Fläche begraben.)









