Samstag, 24. Oktober 2026

Wartezeit in Moskau


Als ich neulich von Rom zurück kam, über Istanbul, bemerkte ich bereits, dass es jetzt nichts bringt, Termine zu dicht aneinander zu reihen. Darum verschob ich vorsichtshalber meine für dieses Wochenende angesagte Reise in zwei Pfarreien am Schwarzen Meer um zwei Wochen. Tatsächlich hätten wir heute die Enttäuschung erlebt, denn die gebuchten Flüge wurden gestrichen. Stattdessen nehme ich 2x30 Stunden Bahnfahrt in Kauf, demnächst. 
Heute, am späten Nachmittag soll es erstmal nach Hause gehen. (Ankunft Saratow 20:30 Uhr, der einzige nicht gestrichene Flug auf der Anzeigetafel.) Die Wartezeit fällt unter die Kategorie "Verschiedenes". Das lateinische Synonym passt ja nicht mehr. So habe ich ein paar Gebetbücher gekauft, die bei uns in der Provinz Defizit sind, ein wenig im Bistumsjournal gestöbert, auf dessen Titelseite ein herbstliches Foto der Marxer Kirche leuchtet, und ich habe Post gelesen. Dort fand ich ein sehr, sehr interessantes Foto. (Danke nach Bautzen!) Hofkirche Dresden, Hauptzelebrant Bischof Reinelt, neben ihm die Bischöfe Schaffran und Huhn, Stab und Mitra Ministranten: die Seminaristen M. Gehrke und V. Scapan. Und ich sitze als Diakon davor. (Auf der anderen Seite: Kaplan Gaar.) Also muss das zwischen 19.12.87 und 25.06.88 gewesen sein. Vermutlich ist es der 20.02.88, an dem Joachim Reinelt von Gerhard Schaffran zum Bischof geweiht wurde. Sogenannte Mitkonsekratoren waren Bernhard Huhn und Georg Weinhold. 

P.S. Bin am Abend gut in Saratow angekommen. 

Freitag, 23. Oktober 2026

Es kam wieder mal ganz anders

Eigentlich sollte es ein ruhiger Freitag werden. Abschlussmesse mit den Bischöfen in Wladimir, 185 km Autobahn zurück nach Moskau. Umsteigen auf den Flug nach Saratow, ab 16:10 Uhr. 
Ich glaube, es war gegen 15:00 Uhr, da gab es ernsthaften Luftangriffsalarm am Flughafen...
Kurz darauf wurde mein Flug gestrichen und mir eine Alternative, 26 Stunden später (!), zugewiesen. Meine Suche nach einer besseren Lösung blieb erfolglos. So fuhr ich, als es schon dunkel wurde, mit S- und U-Bahn in die 10-Millionen-Metropole. Zu Fuss erreichte ich schließlich das Franziskanerkloster, wo ich herzlich aufgenommen wurde. 
Nun werde ich morgen nicht bei der ersten Trauung in unserer Kathedrale in diesem Jahr dabeisein können. 

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Wladimir - Tag 2

Für die anderen ist es schon der dritte Tag, denn wir beginnen unsere Vollversammlungen im Frühjahr und im Herbst jeweils mit einem Tag in Stille und Gebet. Es war der zweite Sitzungstag. Und auch der letzte. Natürlich haben wir unsere Themenliste abgearbeitet, auch wenn manche Fragen offen geblieben sind und Entscheidungen ausstehen. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass der Bischofssitz in Moskau immer noch vakant ("leer") ist. 
Für eine Exkursion in die Stadt reichte die Zeit heute nicht. Morgen feiern wir noch einmal zusammen Eucharistie. Nach 10:00 Uhr bringt mich ein Jugendlicher nach Moskau zum Flughafen. 

Für jene, die Russisch lesen können: Info für die Medien.

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Impressionen vom ersten Tag

Kurz nach 17.00 Uhr endete der erste Sitzungstag, weil wir 7 Bischöfe dann von einer kleinen Gruppe junger Christen zur Abendmesse in der Pfarrkirche erwartet wurden. Ich durfte der Liturgie heute vorstehen. 
Wladimir, wo unsere 67. Vollversammlung der Bischofskonferenz stattfindet, gehört zum Goldenen Ring, also zu den neun alten Städten nordöstlich von Moskau, die bei Touristen hoch im Kurs stehen. 

Erstmals in Wladimir

Gestellte Fotos haben höchstens dokumentarischen Wert. Es ist halt das erste, das wir von unserer Sitzung haben: Russische katholische Bischofskonferenz, 21./22.10.2026 in Wladimir. 

Zweieinhalb Stunden Vollgas

Die Abendmaschine nach Moskau ging wider Erwarten pünktlich. Dort holte mich ein junger Chauffeur mit seinem Kleinwagen ab, dem er dann alles abverlangte, um mich noch vor Mitternacht (Moskauer Zeit) nach Wladimir zu bringen, wo heute und morgen unsere Bischofskonferenz tagen wird.
Wir sind hier untergebracht in einem "Wallfahrtszentrum", das auf den ersten Blick einem Hotel gleicht, das mit modernen Standards mithalten kann. Tagsüber werde ich mehr darüber erfahren. Als ich - der Letzte - ankam, schliefen bereits alle, außer dem Empfangschef, dem Pfarrer, der mir mein Zimmer zuwies. So werde ich jetzt dem Beispiel meiner Mitbrüder folgen. 

Dienstag, 20. Oktober 2026

Als die Kirche gebaut wurde

Unlängst hatten wir den 26. Jahrestag der Weihe unserer Kathedrale auf den Titel der heiligen Apostel Petrus und Paulus gefeiert. Noch ein paar Tage lang werden Fotos am Aushang vor der Kirche daran erinnern, wie es damals in Saratow aussah im Jahr 2000 oder 1999, z.B. auf der Straße vor der Kirche. (Der Wolga Kombi oder der RAF-2203, ein Kleinbus aus Lettland ... Das könnte auch 20 Jahre früher sein.) 


Montag, 19. Oktober 2026

Noch in Saratow

Nicht, weil mein Flug von 16.10 Uhr auf schließlich 20.57 Uhr verlegt wurde und nach Ankunft in Moskau noch ein paar Stunden im Auto bevorgestanden hätten, sondern weil die Zeit zwischen den Reisen zu kurz war, um das Dringendste zu erledigen, fliege ich erst morgen, und zwar morgen Abend, denn es gibt immer noch zu tun, was ich nicht auf "nach der Vollversammlung" liegen lassen möchte. 

Meine Bischofskollegen sind bereits in der Stadt Wladimir eingetroffen, in der sie morgen einen stillen Einkehrtag mit Impulsen des Moskauer Generalvikars verbringen werden, bevor wir dann übermorgen früh mit der gemeinsamen Sitzung beginnen. 19 Themen stehen auf der Tagesordnung, die dann innerhalb von zwei Tagen besprochen, geklärt bzw. entschieden sein sollen.

Herzlich grüße ich jetzt "meine" Kranken, die ich unserem Herrn im Abendgebet ans Herz legen möchte. Allen eine ruhige Nacht!

Samstag, 17. Oktober 2026

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen ...

Kleiner Gruß aus Saratow. 

Kurz vor Sonnenaufgang aus dem 12. Stock, wo unsere Klarissen wohnen. Blick über die Wolga nach Engels. (Foto: Sr. Laura) 

...und Abendgebet bei mir zu Hause, für "meine" Kranken. 

Morgen feiern wir den Weihetag unserer Kathedrale in Saratow. Am 15.10.2000 weihte Erzbischof Georg Zur, unser damaliger Nuntius, die anfangs als kleine Pfarrkirche gedachte Kathedrale. Er war damals 70 und gab zu, dass es die erste Kirche sei, die er in seinem Leben weihen dürfe, während ich mit meinen 39 gar nicht so schnell zählen konnte, wie oft ich das schon tun durfte. Es war eine bewegende Zeit.