Sonntag, 11. August 2024

Patronatsfest in Alexejewka

Alexejewka ist ein ganz besonderes Dorf in der Geschichte unseres Bistums. Über sechs Jahrzehnte hinweg, hatten die Einwohner dort keinen Priester gesehen, zählten sich aber weiterhin für katholisch und waren (Anfang der 90-iger, als wir das Dorf "fanden"), auch alle gültig getauft. Eine Großmutter wusste noch, wie man's macht. Wes Agatha ... Eben wegen der großen Zahl getaufter katholischer Christen, die aber nichts mehr von ihrem Glauben wussten, willigte die "Familie Mariens", eine der neuen geistlichen Gemeinschaften in der katholischen Kirche, ein, dort hin zu gehen und zu bleiben. Ein heroischer Schritt war das damals, und viel Gottvertrauen. Über 30 Jahre hinweg war die aus Schwestern, Brüdern und einem Priester bestehende Gemeinschaft ein Segen für Alexejewka und die Umgebung im Umkreis von mehr als 100 Kilometern. 

Nun haben wir seit zwei Jahren keinen Priester mehr im Dorf. Auch keine Brüder. Nur eine Schwester ist noch geblieben. Wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die jungen Pflanzen der aufopferungsvollen Seelsorge wieder eingehen? Dass es ihn gibt, den Neuanfang unter den Gläubigen, ist zweifellos wahr. "Pilger der Hoffnung" hat Papst Franziskus das kommende Heilige Jahr 2025 überschrieben. Hier an der Peripherie wird es greifbar.

An diesem Sonntag feierten wir das Patronatsfest der Mariä Himmelfahrtsgemeinde. Der Regen zwang uns nach der Messe ins Gemeindehaus, statt auf den gewohnten Kirchenvorplatz. Die vielen Kinder fielen auf, und die Eltern! Da liegt die Chance auf Zukunft.

Ich möchte Ihnen allen diese kleine Pfarrgemeinde "am Stillepol unseres Bistums" ans Herz legen. Beten wir für Alexejewka und die "Familie Mariens"!